Südamerika-Tagebuch
Chile
10.12.2011

Deutsche Spuren in Chiles Süden

Der Süden Chiles ist bekannt für sein regnerisches Wetter. Viele Chilenen warnten mich schon von den klimatischen Unterschieden zu Santiago. Besonders ausgeprägt soll es auf der Insel Chiloé sein. Doch auch im Sur Chico hatte ich Glück: meistens gab es strahlenden Sonnenschein - allerdings nicht ohne Nebenwirkungen. 

Hallo nach Ibbenbüren,

Der Süden Chiles ist bekannt für sein regnerisches Wetter. Viele Chilenen warnten mich schon von den klimatischen Unterschieden zu Santiago. Besonders ausgeprägt soll es auf der Insel Chiloé sein. Dazu ein Zitat zum Klima auf Chiloé aus meinem Reiseführer "Wenn es mal nicht neblig ist oder schüttet, dann fällts meist Sprüh- oder Nieselregen."

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Auf meinen Reisen hatte ich bisher immer Glück mit dem Wetter und wie man auf den Fotos sehen kann auch im Sur Chico. Die meiste Zeit genossen wir strahlenden Sonnenschein und blauen Himmel.

Das zeigte bei mir direkte Auswirkungen in Form von Sonnenbrand – mein allererster Sonnenbrand! Und das ausgerechnet im chilenischen Süden, denn selbst unter tropischer Sonne hatte ich nie Probleme. Doch der Grund für meinen Sonnenbrand ist das Ozonloch über der Antarktis. Die Ozonschicht fängt hier die gefährliche UV-Strahlung nicht ab und verbrennt demnach meine Haut. Also heißt es jetzt für mich: regelmäßig Sonnencreme benutzen!

Im Kleinen Süden findet man viele deutsche Spuren, beispielsweise die Brauerei Kunstmann bei Valdivia, die nach dem Deutschen Reinheitsgebot braut. Kunstmann benutzt den Slogan "...das gute Bier" und den haben sich einige Chilenen eingeprägt, so dass sie immer ganz stolz erzählen, dass sie deutsche Wörter kennen. Allgemein ist die Gegend um Valdivia und Puerto Montt sehr von deutschen Siedler und deren Nachfahren geprägt, die größtenteils in der Mitte des 19. Jahrhunderts nach Chile kamen.

Typische Souvenirs aus dem Süden sind Strickmützen, Pullis, Ponchos, Socken usw. Ich legte mir auch ein Exemplar zu. Doch ganz so typisch sind die Stricksachen wohl nicht, da ich meine Mütze inzwischen auch schon in Santiago auf dem Markt gesehen habe.

Auf Chiloé besuchten wir den Nationalpark an der Westküste der Insel. Da es an der Ostküste in Castro warm war, fuhren wir nicht wetterfest angezogen los, und waren überrascht, wie frisch es in Cucao war, obwohl auch dort die Sonne schien. Ich musste an die zahlreichen Geschichten von leichtsinnigen Touristen denken, die ohne professionelle Wanderausrüstung in die Wildnis aufbrechen und von Wind und Wetter überrascht werden. Wie immer meinte es das Wetter gut mit uns und es wurde immer wärmer. Super Voraussetzungen, um die wunderschöne Vielfalt der Natur zu genießen: Seen und Wälder, Meer und Dünen, tropische Pflanzen und und und (siehe Galerie). Abends kamen wir auch wieder heile in Castro an ohne von Regenschauern heimgesucht zu werden.

Wenn man die Chilenen fragt, ob sie den Norden oder den Süden lieber mögen, antworten die meisten mit Süden. Sie lieben die grüne Landschaft des Südens. Für uns Deutsche hat die Schönheit der Natur schon ihren Reiz, doch vieles ähnelt einfach auch Europa und ist für uns keine große Besonderheit. Mit Ausnahmen der Vulkane vielleicht. Bei der Überfahrt nach Chiloé konnten wir Blicke auf Vulkane erhaschen, doch die zwei berühmten Vulkane in Puerto Varas – der Osorno und der Calbuco – wurden von Wolken verdeckt. Denn am Tag unserer Rückreise lernten wir auch noch das "richtige" Wetter im Süden kennen. Es war bewölkt und grau und es nieselte sogar. Also genau die passende Stimmung um Abschied vom Süden zu nehmen.

Grüße in die Heimat,

Mai

Ein Jahr Südamerika:

Die 23-jährige Mai Luong verbringt im Rahmen eines entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes ein Jahr in Santiago de Chile. Dort arbeitet die Ibbenbürenerin in einem Infozentrum für Erwerbslose mit.

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