Südamerika-Tagebuch
Ecuador
15.01.2012

"Ich habe wirklich Glück gehabt"

Einfach herrlich, unser Ausflug nach Mompiche. Und bei meiner Gastfamilie fühle ich mich sehr wohl - inzwischen sind sie schon fast ein Elternersatz.

Hallo nach Ibbenbüren,

Der Dezember ging zu Ende und das Jahr 2012 brach an. Jetzt ist es nicht kalt, es regnet und die schwüle Luft macht einem das Atmen schwer.

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Hier und da springen ein paar Kinder in Pfützen rum um sich aufzufrischen. Die Fischer in Esmeraldas gehen ihrer gewohnten Arbeit nach. Der Hafen ergibt ein wunderschönes Bild.

Alte Schiffe liegen ein wenig melancholisch gestrandet auf der Hafenmole.

Daneben arbeiten Männer an einem Holzboot. Die Baumethode sieht sehr provisorisch aus. Auf Holzgestellen gestützt steht ein unfertiges Holzboot. Es könnte eine kleine Ausgabe der Arche Noah sein. Die Sonne dahinter verlässt langsam das Wasser und zieht sich an der Himmelswand immer höher und höher. Dabei lässt sie ihren Schein auf dem Wasser wiederspiegeln. Die Fischer kommen gerade von einer erfolgreichen Nacht auf dem Pazifik wieder. Die kleinen Boote werden in Reihen nun bis zur nächsten Nacht warten. Zwischen all den kleinen Booten zeigt sich auch ein großer Mast. Ein Segelschiff hat sich in den Hafen verirrt. Es ankert vor den Hafenmolen. Julian und ich gucken uns das ganze Hafenschauspiel eine kurze Weile lang an und machen uns dann zu Fuß wieder auf den Weg in die Stadt.

Wir fahren noch einmal nach Mompiche. Wunderschön glitzert das Wasser unter uns. Wir machen eine kleine Bootstour mit Freunden. Für eine Stunde lassen wir uns auf einer unbewohnten Insel absetzten. Rote kleine Krebse verschwinden aus Angst vor der menschlichen Gefahr zwanzig Meter von uns entfernt in ihren kleinen Löchern.

Das Wasser ist angenehm kühl und aufkommende Wolken verhindern einen Sonnenbrand.

Ich fühle mich wohl bei der Familie von meinem Counsellor. Sie sind sehr freundlich. Fast schon etwas elternähnlich für mich. Sie laden mich ein auch mal mit ihnen nach Quito zu kommen. Mein Counsellor will mir sein Land ein bisschen näher bringen. Ich glaube in den kurzen sieben Monaten die mir bis zum 17. Juli noch bleiben, werde ich noch mehr Zeit mit ihm und seiner Familie verbringen. Ich habe wirklich Glück gehabt. Mit meiner Umgebung, meiner Stadt, meiner Familie, meinem Counsellor und meiner Schule.

Euer ecuadorianischer Freund,

Otis

 

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