Südamerika-Tagebuch
Chile
21.09.2011

Mein erstes Kundengespräch auf Spanisch

Anfang letzter Woche hatte ich mein erstes Kundengespräch, was auf Spanisch eine große Herausforderung darstellt! Die Señora hat eine Art Cateringservice und backt viel.

Hallo nach Ibbenbüren,

Anfang letzter Woche hatte ich mein erstes Kundengespräch, was auf Spanisch eine große Herausforderung darstellt! Die Señora hat eine Art Cateringservice und backt viel: Kuchen, Torten, Cupcakes, Strudel (hier in Chile kennt man tatsächlich Strudel), Quiches und Empanadas (gefüllte Teigtaschen). Das sind Gerichte, die ich mit meinem begrenzten Wortschatz noch verstehe. Sie bereitet aber auch viele chilenische Speisen zu, die ich einfach (noch) nicht kenne: papas con mote, pascualina, pantruca oder pan de pascua. Zum Glück gibt es Wörterbücher und Google Bilder, so dass ich mir trotzdem ein Bild davon machen kann, was die gute Frau in ihrer Küche zaubert. So habe ich das Briefing erfolgreich beendet und bin nun dabei eine Visitenkarte zu gestalten.

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Pascua bedeutet übrigens Ostern, und zu Chile gehört auch die Osterinsel (Isla de Pascua).

Mein zweites Kundengespräch läuft schon viel besser als das erste. Ich habe die Fragen, die ich stellen wollte, schon im Kopf. Die Señoras arbeiten in einer Schneiderwerkstatt und stellen unter anderem Duschvorhänge und andere Badaccessoires her. Die Damen sind auch sehr lieb und haben viel Verständnis dafür, dass ich nicht alles verstehe, was sie mir erzählen. Wir gehen das Problem praktisch an und schauen ins Badezimmer. Sie zeigt mir alles, was sie im Angebot hat, und ich lerne dabei neue Vokabeln. Der zweite Auftrag ist ein Re-Design des Logos.

Das Tolle am Gestalten ist, dass ich von zu Hause aus arbeiten kann. Mittags, wenn es richtig warm wird und die Sonne scheint, kann ich draußen im Garten am Laptop arbeiten.

Ich fahre erst zum gemeinsamen Mittagessen mit meinen Kolleginnen ins Büro. Dort helfe ich beim Vorbereiten der Kurse oder erledige andere Büroarbeiten.

Mittagspause

Auf der Arbeit bekomme ich auch immer warmes Mittagessen. Wir holen es immer von einem Imbiss, der ein kleines Familienunternehmen ist. So lerne ich auch die chilenische Küche kennen, obwohl ich in keiner Gastfamilie lebe. Das meiste Essen isst man auch in Deutschland: Nudeln, Reis, Kartoffelpüree, Kartoffelsalat, Eisbergsalat (mit Zitrone und Öl), Backfisch und viel Fleisch und Hähnchen (hier in Chile zählt nur Rind und Schwein zu Fleisch carne).

Die Menschen dort sind auch richtig nett. Sie zeigen mir welchen Mittagstisch es gibt, damit ich zwischen den Gerichten wählen kann. Langsam lerne ich die Vokabeln aber.

Zu dem Essen gibt es auch immer einige Scheiben Baguette dazu, ich esse das Brot pur nicht so gerne und habe gesehen, dass in der Imbissbude immer Pebre auf den Tischen steht. Ich habe danach gefragt, ob sie mir ein wenig mitgeben können und nachdem ich eine Woche lang jeden Tag darum gebeten habe, gebe sie mir das jetzt schon automatisch mit. Also gibt es bei mir das nächste Jahr wirklich fast jeden Tag Pebre.

Wirklich sehr nette Leute, der Opa hat mich auch direkt eingeladen mit ihnen in die Kirche zu gehen – leider sind sie aber evangelisch.

Liebe Grüße in die Heimat,

Mai

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