Südamerika-Tagebuch
Chile
08.11.2011

Mit einem Doppelklick in die digitale Welt

Nach zwei Monaten Eingewöhnung beginnt nun ein neuer Arbeitsalltag für mich. Ich habe meinen ersten Tag Computerkurs hinter mich gebracht und bin offiziell profesora de computación. Meine Aufgabe besteht darin, Personen, die noch gar keine Erfahrung mit der Arbeit am Rechner haben, das bei zu bringen, was heutzutage als selbstverständlich angesehen wird.

Hallo nach Ibbenbüren,

Nach zwei Monaten Eingewöhnung beginnt nun ein neuer Arbeitsalltag für mich. Ich habe meinen ersten Tag Computerkurs hinter mich gebracht und bin offiziell profesora de computación. Meine Aufgabe besteht darin, Personen, die noch gar keine Erfahrung mit der Arbeit am Rechner haben, das bei zu bringen, was heutzutage als selbstverständlich angesehen wird. Wichtig sind der Umgang mit dem Betriebssystem und Textverarbeitungsprogrammen, im Internet surfen und Suchmaschinen bedienen, E-Mail-Adressen anlegen und elektronische Post schreiben, senden und empfangen.

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Doch bis das alles sitzt, dauert es noch, denn wir fangen wirklich bei null an. Die Kursteilnehmer sind größtenteils um die 60 herum und sind sehr motiviert.

Eine señora antwortete auf die Frage, warum sie an dem PC-Kurs teilnimmt: „Wenn man heutzutage nicht mit einem Computer umgehen kann, ist das wie nicht lesen und schreiben können.“

Recht hat sie, schließlich heißt es auch „Digitale Alphabetisierung“.

Heutige Themen waren: Wie stelle ich einen Computer an? Welche Tasten besitzt die Tastatur? Wie schreibe ich Großbuchstaben? Wie benutze ich eine Maus? Wie erstelle ich einen Ordner, wie benenne und öffne ich diesen?

Einen Ordner zu öffnen stellte eine riesige Schwierigkeit dar, denn dazu braucht man einen Doppelklick. Meine Schüler mussten üben, die Klicks schnell genug hintereinander zu machen und die Maus beim Klicken nicht zu bewegen. Auch die linke Taste zu benutzen, ist keine Selbstverständlichkeit.

Ich weiß nicht, wie lange wir das geübt haben, aber es fühlte sich wie eine Ewigkeit an. Dafür war die Freude hinterher umso größer, als der Doppelklick schließlich gelang.

Für mich besteht die Herausforderung darin, mich in die Lage meiner Schüler zu versetzen. Ich mache alle Handgriffe am Computer total unbewusst und muss mir jetzt jeden noch so kleinen Schritt vor Augen führen, damit ich alles vermitteln kann.

Insgesamt bin ich zufrieden damit, wie die erste Einheit verlaufen ist und es macht Spaß jeden kleinen Fortschritt der Teilnehmer zu sehen.

Schöne Grüße in die Heimat,

Mai

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