„Habe die Zügel in der Hand“

Die Nottulnerin Katharina Holzgreve blickt der nächsten Volleyballsaison in der 1. Liga beim USC Münster freudig entgegen.Foto:
Die Nottulnerin Katharina Holzgreve blickt der nächsten Volleyballsaison in der 1. Liga beim USC Münster freudig entgegen.Foto:
(Johannes Oetz)


Nottuln - „Mein großes Ziel ist endlich erreicht“, freut sich Katharina Holzgreve. Die 24-Jährige, deren Erstwohnsitz in Nottuln ist, hat gerade ihre erste Saison in der 1. Volleyball-Bundesliga in der Mannschaft des USC Münster hinter sich gebracht.

Sechs Jahre lang gehörte sie der USC-Mannschaft in der 2. Bundesliga an. Zur vergangenen Saison berief sie Trainer Axel Büring dann in den Kader der ersten Bundesliga-Mannschaft. Dieser lobte sie während der abgelaufenen Saison, dass sie sich „mittlerweile von einer sehr guten Zweitliga-Spielerin zu einer echten Erstligaspielerin“ entwickelt habe. Am 8. Mai wurde das letzte Spiel der Saison 2009/2010 abgepfiffen, welches der USC mit 1:3 gegen den 1. VC Wiesbaden verlor. „Die Saison war wirklich aufregend. Ich hatte viele Spielanteile. Das ist der Lohn für meine harte Arbeit“, so die ambitionierte Volleyballerin.


Denn schon seit ihrem neunten Lebensjahr ist sie dem Leistungssport Volleyball verfallen. Seit 1995 ist sie beim USC Münster und damit diejenige aus ihrem Team, die dem Verein am längsten angehört.

Dass so viel sportlicher Einsatz echte Knochenarbeit ist, hat die junge Frau über die Jahre hinweg erfahren. So trainiert Katharina Holzgreve zwei Mal täglich. Abwechselnd stehen Lauf-, Kraft- und Balltraining auf dem Programm. Selbst für die zwei Wochen Ferien, die sie gerade genießen darf, hat die Volleyballerin einen Trainingsplan in ihrem Koffer. So bedeutet der Sport auch eine Menge Verzicht für die Nottulnerin. „Wenn meine Freunde zum Beispiel abends zum Feiern losziehen, kann ich häufig nicht mitkommen.“ Aber sie beschwert sich nicht, „denn der Sport ist einfach ein großer Teil von meinem Leben“, erklärt sie. „Man lernt sich zu disziplinieren. Ich bin einfach da hineingewachsen. Erst habe ich gelernt, Abitur und Sport zu vereinen und jetzt mache ich das Gleiche mit meinem Studium.“

Und das mit Erfolg: In wenigen Tagen wird sie ihre Masterarbeit abgeben, denn die Blondine, deren Hobby das Sammeln von Taschen und Schuhen ist, studiert Mathematik und Sport auf Lehramt.

Ihre Position auf dem Parkett ist das Zuspiel. „Ich habe dort die Zügel in der Hand und muss immer die richtige Entscheidung treffen.“ Hierfür seien ebenfalls viel Disziplin und Organisationstalent nötig. Dass die 1,76 große Volleyballerin diese Talente besitzt, beweist sie sowohl im Alltag als auch in ihrem Sport.

Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr aus ihrer ersten Saison im Bundesliga-Oberhaus das Spiel in der Hinrunde gegen Stuttgart. „Da ist unsere erste Zuspielerin ausgefallen. Das war für mich ein ganz besonderes Gefühl, ein komplettes Spiel vor unserem tollen Publikum in der Halle Berg Fidel zu spielen - auch wenn wir die Partie verloren haben.“

Bis zur nächsten Saison bleibt noch genug Vorbereitungszeit, denn diese wurde wegen der Volleyball-Weltmeisterschaft nach hinten verlegt. Sie startet erst Ende November. Die angehende Lehrerin blickt der Spielzeit 2010/11 sehr gespannt entgegen: „Dann ist es mein Ziel, meine Leistung zu stabilisieren und weiter Fuß zu fassen. Dabei möchte ich vor allem meine Mannschaft unterstützen und den Sport einfach genießen.“


29 · 07 · 10



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